Prophylaxe und professionelle Zahnreinigung (PZR)

Warum ist Prophylaxe so wichtig?

Gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch ein Leben lang  wünscht sich jeder – mit der richtigen Pflege und  Prophylaxe  zu Hause und durch den Zahnarztbesuch unterstützt, ist dies für jeden möglich. Je früher man mit der Prophylaxe beginnt, umso eher können Eingriffe durch den Zahnarzt vermieden oder sogar gar nicht notwendig werden.

Vorbeugen statt reparieren

So lautet der Ansatz der Bundeszahnärztekammer. Denn: Gerade in der Zahnmedizin ist es möglich, Erkrankungen zu vermeiden oder frühzeitig zu erkennen, bevor sie zu gravierenden Problemen führen.
Bei der Vorbeugung gegen Karies und Parodontitis reicht regelmäßiges Zähneputzen, nach neusten Erkenntnissen,  allein leider nicht aus. Deshalb bietet Ihnen Ihr Zahnarzt ergänzend zur häuslichen Zahnpflege sinnvolle Prophylaxe-Maßnahmen an, die in der Zahnarztpraxis durchgeführt werden. So sind Sie optimal durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Prophylaxesitzungen, die individuell auf Sie abgestimmt sind, versorgt und können das Ziel „Gesunde Zähne ein Leben lang“ erreichen.

Was ist eine professionelle Zahnreinigung?

Gegen hartnäckige bakterielle Zahnbeläge – die Hauptverursacher von Karies und Parodontitis – kommt auch die gewissenhafteste Zahnpflege  (Zahnbürste und Zahnseide)  nicht immer an. Deshalb gibt es die professionelle Zahnreinigung, abgekürzt PZR. Mit ihr werden sämtliche harten und weichen Beläge sowie Bakterien beseitigt. Nicht nur der  Karies  , sondern auch der Zahnbetterkrankungen wird damit Einhalt geboten.
Dabei geht die PZR viel weiter als die Belagentfernung  (Zahnstein)  im Rahmen der üblichen Kontrolluntersuchung.

Wie lÄuft eine PZR ab?

© Dr. Stauche

Am Anfang der PZR steht eine gründliche Untersuchung des Gebisses. Danach werden die Beläge auf den Zahnoberflächen, in den Zahnzwischenräumen und in den Zahnfleischtaschen mit speziellen Instrumenten entfernt.

Gerade diesen Bereich erreicht man beim Zähneputzen zu Hause nur schwer. Auch Verfärbungen  bedingt  durch Kaffee, Tee oder Zigarettenkondensat sind nach dem Einsatz von Spezialinstrumenten, z. B. eines Pulverstrahlgeräts (Airflow), verschwunden.
Sind die harten Beläge entfernt, kommen die weichen  Beläge an die Reihe. Dazu werden verschiedene Handinstrumente, kleine Bürstchen und Zahnseide benutzt. Weil Bakterien sich zuerst an rauhen Stellen und in Nischen festsetzen, folgt als Nächstes die Politur, um die Zähne zu glätten. Anschließend werden die gereinigten Zahnflächen mit einem Fluorid-Lack überzogen. Das schützt die Zahnoberflächen vor den Säureattacken der Mundbakterien. Im Anschluss an die PZR gibt es Pflege- und Ernährungstipps für Patienten zur richtigen häuslichen Zahnpflege.

Professionelle Zahnreinigung PZR
© Dr. Stauche

Wie oft ist eine PZR sinnvoll?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die PZR im Abstand von sechs Monaten die ideale Ergänzung zum gründlichen Putzen ist, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten. Je nach individueller Befundaufnahme sind jedoch andere Zeitintervalle  (kürzer oder länger)  sinnvoll.  Diese Intervalle werden dem aktuellem Zustand angepasst.

„Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die PZR die ideale Ergänzung ist, um Zähne und Zahnfleisch bis ins hohe Alter gesund zu halten.“

Statement der Bundeszahnärztekammer

Im Falle einer beginnenden Parodontose gibt es auch die Möglichkeit einer sogenannten Fullmouthdesinfection. Dies bedeutet, dass die professionelle Zahnreinigung mit Unterstützung von Medikamenten durchgeführt wird. Ziel ist es die Bakterien, die zu einer Entzündung des Zahnhalteapparates führen aus dem Körper zu bringen.

Prophylaxe in der Schwangerschaft

Zahnpflege für Schwangere
© Fotograf: Sandra drubig-photo @ Fotolia.de

Ohne konsequente Mundhygiene auch bereits vor der Schwangerschaft kann sich das Zahnfleisch entzünden – die Folge sind Zahnfleischbluten und die so genannte Schwangerschaftsgingivitis (Zahnfleischentzündung). Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann der Zahnhalteapparat entzündet und zerstört werden. Dies bezeichnet man als Parodontitis (Zahnbettentzündung).

Eine Parodontitis sollte ernst genommen werden.
Neue wissenschaftliche Studien belegen, dass eine Parodontitiserkrankung der Mutter Frühgeburt und Untergewicht des Neugeborenen zur Folge haben kann. So bewiesen Mediziner in aktuellen Untersuchungen, dass bei Frauen mit unbehandelter Zahnbetterkrankung das Risiko einer Frühgeburt in Verbindung mit niedrigem
Geburtsgewicht um mehr als das Siebenfache erhöht ist.

Um rechtzeitig und effektiv vorzubeugen, empfehlen Zahnärzte deshalb während der Schwangerschaft zwei zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen, und zwar im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft. In der Zahnarztpraxis erhält die werdende Mutter eine spezielle Beratung zur richtigen Mundpflege und zu Prophylaxemaßnahmen. Eine zusätzliche wichtige Säule der Vorbeugung ist die professionelle Zahnreinigung (PZR). Sie ist besonders effektiv gegen Zahnfleischerkrankungen. Wertvolle Tipps zur Zahngesundheit des noch ungeborenen Kindes runden den Besuch beim Zahnarzt ab.

Tipps für Ihr Trainingsprogramm zu Hause

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© Dr. Stauche
  • Putzen Sie Ihre Zähne mindestens 2 x täglich.
  • Achten Sie auf die Qualität Ihrer Pflegeutensilien: Die Zahnbürste sollte weiche, abgerundete Kunststoffborsten haben, die in kleinen Büscheln angeordnet sind.
    Verwenden Sie für den täglichen Gebrauch eine “fluoridhaltige” Zahnpasta. Lassen Sie die typischen Weißmacher links liegen.
  • Mit der Zahnbürste erreichen Sie nur rund 75 % der Zahnoberfläche.
    Verwenden Sie deshalb einmal täglich Zahnseide oder Zwischenraumbürsten.
    Am besten abends vor dem Zähneputzen.
  • Stehen Obst oder frisches Gemüse auf dem Speiseplan, direkt nach der Mahlzeit lieber einen Zahnpflegekaugummi nehmen. Die im Essen enthaltenen Säuren weichen den Zahnschmelz auf – den würde man beim Zähneputzen abreiben.
  • Neues Putzwerkzeug: Spätestens nach zwei bis drei Monaten die Zahnbürste wechseln. Auf ihr können sich Bakterien vermehren und ihre Borsten nutzen sich mit der Zeit ab.
  • Quietschen. Ein gutes Zeichen.
    Für enge Zahnzwischenräume ist Zahnseide die beste Reinigungshilfe – einmal am Tag. Wenn sie quietscht, heißt das: die Zahnoberflächen sind sauber.
    Die ungewachste Zahnseide fasert sich im Zahnzwischenraum auf, die gewachste nicht. Letztere ist für Anfänger zwar leichter zu handhaben, aber in der Effektivität sind beide gleich. Für die Reinigung unter Brücken und Zahnspangen empfehlen wir:
    „Zahnseide mit flauschigem Mittelteil und verstärkten Enden.“
  • Wie ein Flaschenreiniger.
    Bei größeren Zwischenräumen, besonders im Seitenzahnbereich, sind Zahnzwischenraumbürsten überlegen. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen.
    Sie sehen aus wie kleine Flaschenreiniger und nach dem gleichen Prinzip entfernt man mit ihnen Zahnbeläge aus den Zahnzwischenräumen.
    Nach jeder Benutzung werden sie unter fließendem Wasser gereinigt.

Wir zeigen Ihnen gerne die Handhabung der Pflegeutensilien, fragen Sie uns in der Zahnarztpraxis.